Neue Studie – Medikamente mit dem Wirkstoff Dopamin können zu Haarausfall führen

Es gab bereits in der Vergangenheit häufiger Berichte darüber, welchen zufolge der Wirkstoff Dopamin bei regelmäßiger Einnahme Haarausfall begünstigen könne. Der körpereigene Nervenbotenstoff wird in zahlreichen Medikamenten verwendet und kommt unter anderem bei der medikamentösen Therapie von Parkinson-Erkrankungen beziehungsweise bei der Behandlung von Menstruationsproblemen zum Einsatz.

Eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der Universität Manchester bekräftigt diese Annahme und liefert weitere Erkenntnisse zur Wirkung von Dopamin auf das Haarwachstum. In ihrer im Jahr 2012 Versuchsreihe hatte das Forschungsteam um Dr. Ewan A. Langan festgestellt, dass der Wirkstoff das Wachstum des menschlichen Haares hemmt, indem es innerhalb des Haarzyklus – also innerhalb des natürlichen Wachstumsprozesses des Haares - verfrüht die sogenannte Katagenphase einleitet.

 

Der Wachstumsprozess des Haares (Haarzyklus)

Beim Haarwachstum handelt es sich um einen zyklisch ablaufenden Prozess, der in drei unterschiedliche Phasen unterteilt werden kann: Die Wachstumsphase (Anagenphase) umfasst einen Zeitraum von zirka zwei bis sechs Jahren. In dieser Zeit weisen die Haarzellen eine besonders hohe Aktivität auf, wodurch das Haar pro Monat etwa um einen Zentimeter wächst. Nach Abschluss der Wachstumsphase tritt das Haar für mehrere Wochen in eine Übergangsphase (Katagenphase) ein, in der das Wachstum gestoppt wird und sich die Haarwurzel langsam zurückbildet. Kurz vor dem Ausfallen tritt das Haar im Anschluss in eine Ruhephase (Telogenphase) ein. Diese umfasst durchschnittlich einen Zeitraum von 3 bis 4 Monaten. Anschließend macht das ausgefallene Haar einem neu nachwachsenden Haar Platz, was nach ein paar Wochen erstmals sichtbar wird.

Da jedes einzelne Haar die drei Phasen des Haarzyklus zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt durchläuft, ist gewährleistet, dass ein Mensch immer genug Haare auf dem Kopf trägt.

 

Durch die vorzeitige Einleitung der Übergangsphase wird gleichzeitig die Wachstumsphase des Haares stark verkürzt, wodurch es nicht vollständig ausgebildet werden kann. Dieser Prozess war vor allem bei Frauen beobachtet worden, die aufgrund von Menstruationsproblemen mit dem Dopamin-Agonisten (z.B. Bromocriptin) behandelt worden waren, woraufhin sich bei ihnen im Anschluss in starkem Maße Haarausfall einstellte.

In Bezug auf diese in einem gestörten Haarzyklus begründete Form des Haarausfalls sprechen Wissenschaftler vom sogenannten Telogeneffluvium (Telogen=Ruhephase; Effluvium= verstärkter Haarausfall). Hierbei ist das natürliche Verhältnis von Haaren in der Wachstumsphase und Haaren in der Ruhephase gestört, weil zu viele Follikel gleichzeitig in die Ruhephase eintreten, was zu einem verstärkten Ausfall der Haare im Bereich des gesamten Kopfes führt.

Quelle: Br J Dermatol. 2012 Nov 23. doi: 10.1111/bjd.12113. [Epub ahead of print];