Aus der Wissenschaft: Forscher entwickeln Ansatz für neues Medikament gegen Haarausfall

Möglicherweise können Menschen mit erblich-bedingtem Haarausfall bald auf eine Lösung ihres lästigen Problems hoffen: Anlass zur Hoffnung könnte die Entdeckung eines Enzym geben, das nach Ansicht US-amerikanischer Wissenschaftler eine entscheidende Rolle für das Auftreten von Haarausfall spielen soll. Auf der Basis dieser neuen Erkenntnis wollen Sie jetzt die Entwicklung eines Medikamentes anstoßen, das den Haarverlust bei den Betroffenen nicht nur stoppen, sondern auch das Wachstum neuer Haare stimulieren soll.

Nach aktuellen Studien sehen sich acht von zehn Männern, die das 70. Lebensjahr vollendet haben, mit Haarproblemen wie Geheimratsecken oder einer Halbglatze konfrontiert. Zwar wachsen bei ihnen auf den betroffenen Stellen noch Haare, jedoch sind die Haarwurzeln so stark verkümmert, dass das Haar entweder nur als schwacher Flaum erkennbar ist oder gar nicht mehr die Hautoberfläche durchbricht.

Angesichts dieser Problematik stellten sich Dermatologen der University of Pennsylvania die Frage, welche Enzyme im menschlichen Körper im Zusammenhang mit dem Auftreten von Haarausfall eine Rolle spielen könnten. Dabei fanden sie heraus, dass das Enzym Prostaglandin D2 eine hemmende Wirkung auf die Wachstumsprozesse innerhalb der Haarfollikel entfaltet. Zudem entdeckte die Forschungsgruppe um George Cotsarelis, dass in von Haarausfall betroffenen Kopfpartien die Prostaglandin D2-Konzentration rund dreimal so hoch ist, wie in Bereichen des Kopfes, die nicht von Haarausfall betroffen sind.

Nach der Entdeckung des besagten Enzyms wollen die Dermatologen der Universität in Pennsylvania jetzt die Entwicklung eines Medikamentes forcieren, das die Wirkung des Enzyms nachhaltig hemmt. Auf diese Weise soll nicht nur der Haarausfall gestoppt, sondern auch die Bildung neuer Haare angeregt werden können. Nach Aussage von Cotsarelis gibt es bereits konkrete Verhandlungen mit mehreren Pharma-Unternehmen, die mit der Entwicklung des Medikamentes betraut werden sollen. Wann das neu zu entwickelnde Mittel die endgültige Marktreife erreicht, ist derzeit noch nicht abzusehen.

Quelle: L. A. Garza, Y. Liu, Z. Yang, B. Alagesan, J. A. Lawson, S. M. Norberg, D. E. Loy, T. Zhao, H. B. Blatt, D. C. Stanton, L. Carrasco, G. Ahluwalia, S. M. Fischer, G. A. FitzGerald, G. Cotsarelis, Prostaglandin D2 Inhibits Hair Growth and Is Elevated in Bald Scalp of Men with Androgenetic Alopecia. Sci. Transl. Med. 4, 126ra34 (2012).